Heute vor 10 Jahren wurde in Bostons Symphony Hall das Apple Newton MessagePad der Öffentlichkeit vorgestellt. Das erste MessagePad der Baureihe basierte auf einem mit 20 MHz getakteten ARM-Prozessor 610 und hatte 4 MByte ROM und 640 KByte RAM-Speicher sowie einen monochromen Touch-LCD mit 336 × 240 Pixeln. Das originale MessagePad wurde in deutscher oder englischer Version ausgeliefert und begründete die Kategorie der persönlichen digitalen Assistenten (PDA). Das MessagePad — ursprünglich sollte es BrainAmplifier heißen — wurde auf den Gattungsnamen Newton getauft und erinnerte damit an das erste Apple-Logo, auf dem Isaac Newton unter dem Apfelbaum sitzt, umrankt von einer adaptierten Gedichtzeile William Wordsworths über Newton: “A Mind Forever Voyaging Through Strange Seas of Thought… Alone.”
Apples Newton sollte Newton widerlegen — er sollte ein Gerät sein, das der Schwerkraft trotzt, das als Nachfolger des Personalcomputers Standards setzt, die das 21. Jahrhundert einläuten. Die Vorlage für den Newton lieferte ein Video, das der spätere Netscape-Designer Hugh Dubberly und die Künstlerin Doris Mitsch für Apple produzierten. In Anlehnung an Vannevar Bushs Memex und Douglas Engelbarts Demonstration der Zukunft des Computers schufen sie das Video über den Knowledge Navigator. Dieses Video reichte, den damaligen Apple-Chef John Sculley als Visionär des 21. Jahrhunderts festzuschreiben. Steve Sakoman, der bei Hewlett Packard die Entwicklung der Laptops geleitet hatte und bei Apple das McPhone-Telefon bauen sollte, wurde beauftragt, den Navigator zu bauen. Sakoman holte die Programmierer Steve Capps und Walter Smith sowie den Marketing-Fachmann Michael Tchao an Bord. Sie bildeten den Grundstock der Crew die das “Monster” zähmen und zu einem realisierbaren Produkt verkleinern sollten.
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Apples Newton: Der Schwerkraft getrotzt, doch der Zeit voraus
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9. Januar 2001, San Francisco, USA, 10:00 Uhr: Gekleidet mit schwarzem Rolli, dunklen Jeanshosen und Tennisschuhen hält Apples Messias Steve Jobs seine Predigt. Es ist MacWorld Expo. Wieder einmal bricht ein neues Zeitalter an. Mit aller Kraft stemmt Steve sein jüngstes Luftschloss in die Höhe, Apples Jünger halten es in der Luft und nehmen dem Führer seine Last ab. Die Rede ist vom Digital Hub, dem dritten goldenen Zeitalter der Computergeschichte, welches die Internetära beerbt. Angeblich. Die Botschaft ist klar: Der Macintosh lebe ewig, neu als Verkörperung des Digital Lifestyles in Form eines Drehkreuzes für jegliche Geräte des digitalen Zeitalters. Digitalkamera, Videorekorder, MP3-Player und andere Errungenschaften der letzten Jahre sind Boten des neuen Zeitalters, doch der Kern, der Hub, welcher alles zusammenhält, bleibt. Es ist der Macintosh, der äonenübergreifende Dreh- und Angelpunkt des Computerdaseins. Doch ist er das wirklich? Anscheinend ja. Mit einer einzigen Rede bringt Steve seine Anhänger zu einem Loyalitätsbekenntnis, die Nachfrage nach den neuen Macs ist gewaltig, selbst nach Monaten kämpft Apple noch gegen Lieferengpässe. Schliesslich können die neuen Macs jetzt CDs brennen, wegen dem Digital Hub. Und sie können DVDs brennen. Und Pentiums. Doch eines können sie nicht: Aus ihrer Existenz als unter dem Schreibtisch stehende - wenn auch hübsch anzusehende - Kisten, ausbrechen, um dem Menschen ein Stück näher zu kommen und damit das wahre neue Zeitalter zu begründen. Denn das, das hat nur einer geschafft: Newton.
Juni 1986: Endlich wusste Steve, wie sein neuer Computer aussehen würde!
Paul Rand hatte ihm soeben einen Entwurf vorgelegt. Fast ein ganzes Jahr lang hatte er auf diesen Augenblick gewartet. Er hatte IBM überzeugen müssen, Rand für ihn arbeiten zu lassen. Ausserdem hatte Rand 100′000 Dollar verlangt. 100′000 Dollar, für einen einzigen Entwurf! Im Voraus, versteht sich. Aber jetzt war er sich sicher, seine Geduld hatte sich gelohnt. Noch nie hatte er 100′000 Dollar so gut investiert. Er, Steve Jobs höchstpersönlich, der von Apple verstossen wurde. Nun konnte er seinen Blick kaum mehr von Rands Arbeit lösen, was er sah, faszinierte ihn. Paul Rand hatte zuvor schon das IBM-Logo kreiert. Doch vor seiner neuesten Schöpfung würden all die alten Werke verblassen.
Was Steve Jobs zu sehen bekam, sah aus wie ein grosser schwarzer Würfel. Auf der dem Betrachter zugewandten Seite standen vier farbige Buchstaben in schnörkelloser Schrift: Ein ‘N’, ein ‘e’, ein ‘X’ und ein ‘T’. NeXT. NeXT, das Nächste. So würde er seine neue Firma nennen, das wusste Jobs seit Monaten. Das Logo war perfekt, auch das wusste Jobs. Das herausstechende ‘e’ stand für ‘education’, ‘excellence’, ‘expertise’, ‘exceptional’, ‘excitement’ und ‘e=mc^2′. Das passte genau! Der Würfel als einfacher geometrischer Körper strahlte Schlichtheit, Perfektion, Eleganz und Macht aus. Der Würfel war ein Baustein; ein Baustein auf dem Weg zu hehren Zielen. Das Logo war perfekt, wahrhaftig. Nur leider hatte Steve ein Detail übersehen: Der stolze Würfel stand auf einer einzigen Ecke. Dadurch wirkte er zwar majestätisch und mächtig, doch irgendwann würde er unweigerlich das Gleichgewicht verlieren, umkippen, und auf dem Boden der Realität aufprallen.
Im zweiten Teil des stern-Interviews spricht Google-Chef Eric Schmidt über die Firmenphilosophie, Weltverbesserungspläne - und den Kampf gegen Microsoft.
Will Google die Welt verbessern?
Ich habe gelernt, wie Informatik dazu beitragen kann, die Probleme der Welt zu lösen. Es gibt Probleme, die meine Welt nicht beheben kann, aber wir versuchen auf jeden Fall, so viele wie möglich zu lösen. Die Werbebranche ist reif für unseren Ansatz. Es gibt eine Menge Bereiche, angefangen bei der Politik, wo Menschen wie ich zwar zu vielen Dingen eine Meinung haben, aber nicht wissen, wie man die zugrunde liegenden Probleme lösen kann. Der Siegeszug der “Nerds”, wie man uns nennt, hat seine Grenzen. Die Menschen treffen ihre Entscheidungen letztlich auf menschliche Art und Weise. Die Computer helfen ihnen nur dabei. Computer regieren nicht die Welt, und das sollten sie auch nicht. Deshalb nehmen wir unser neues Projekt, die digitale Bibliothek, auch so ernst. So vieles in unserer Gesellschaft wird nicht von den Meinungen der Benutzer bestimmt, sondern von der Meinung ihrer Vertreter. Das ist das Interessante, wenn die Benutzer mehr Einfluss bekommen. Durch das Internet kann man mittlerweile hören und lesen, was die Menschen denken und muss keine Vermutungen mehr darüber anstellen. Das ist nicht unbedingt besser oder schlechter, es ist einfach nur anders. Die Technologie legt nicht fest, ob diese Entwicklung Demokratie oder Anarchie bedeutet. Es liegt an uns, wie wir die Technologie anwenden. Ich bin zuversichtlich, dass die Menschheit diese Möglichkeiten sehr gut nutzen wird. Ich bin Technologieoptimist. Ich denke, mehr Kommunikation und mehr Zugang zu Informationen sind einfach enorm wichtig.
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“Es gibt Probleme, die meine Welt nicht beheben kann”
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