Kapitel 9: «Ein neuer Feind naht: Microsoft» -
June 27th, 2006 in Apple, Firmen Stories
Während Sculleys zehnjähriger Herrschaft hatte sich viel verändert. Als Apple den Macintosh im Jahre 1984 lancierte, verfolgte man damit ein Ziel: IBM vom Markt zu verdrängen. Der IBM PC hatte sich schon damals als Business-Computer etabliert und verkaufte sich sehr gut. Apple hatte diesem PC nichts entgegenzusetzen. Der günstige Apple II war für den Gebrauch als Bürocomputer nahezu untauglich. Für die anderen Computer aus dem Hause Apple fehlte es an hochwertiger Software, im Falle des LISA verlangte Apple überdies einen sehr hohen Preis.
Mit dem Erscheinen des Macintosh änderten sich die Vorzeichen schlagartig. Der Mac war dem IBM PC in jeder Hinsicht um Jahre voraus. Auch der Preis und das Softwareangebot passten. Und dennoch gelang es Apple zu keinem Zeitpunkt, mit dem Macintosh die Schreibtische der amerikanischen Büros zu erobern. Apple begab sich auf die Suche nach den Ursachen für die schleppenden Verkäufe. Sculley erkannte schon bald, dass die potenzielle Kundschaft zwar von den Fähigkeiten des Macs überzeugt war, ihnen aber das Vertrauen in Apple fehlte. Während IBM schon zu Zeiten der Schreibmaschinen nicht mehr aus dem Büroalltag wegzudenken war, galt Apple als junges, unerfahrenes Unternehmen mit einer eigensinnigen Firmenpolitik. Im Gegensatz zu IBM setzte Apple nicht auf bestehende Standards. Der IBM PC war dank seiner offenen Architektur für jedermann zugänglich. Zahlreiche Hersteller erhielten die Erlaubnis, eigene, IBM-kompatible Computer zu verkaufen. Schon Mitte der 80er-Jahre boten unzählige Hersteller IBM-Clones an. Doch viele dieser Computer hatten mit ihrem Vater, dem ursprünglichen IBM PC, nur noch eine Gemeinsamkeit: Das DOS-Betriebssystem von Microsoft.

